Die Kirchengemeinde St. Vitus Bokeloh gestern und heute

Allgemeine Angaben

Die Kirchengemeinde umfasst 1.833 Katholiken (Stand: Anfang 2012) aus den Meppener Ortsteilen Bokeloh und Helte sowie aus den Haselünner Ortsteilen Dörgen und Lohe. Zu ihren Einrichtungen zählen zwei Kirchen (St. Vitus und St. Ludger), Gemeindehaus, Jugendheim (Casa Confronto), Kindergarten (St. Ludger) und der Friedhof.

Seit 01.09.2009 gehört die Gemeinde zur neu entstandenen Pfarreiengemeinschaft Meppen-Ost.

Kirchwege bis 5 km.

Die Kirchen St. Vitus und St. Ludger

Am hohen Ufer der Hase liegt unweit frühgeschichtlicher Wallanlagen der Wekenburg die Kirche von Bokeloh. Sie zählt zu den ältesten christlichen Stätten des Emslandes. Die Weihe der ersten Kirche ist urkundlich nachweisbar unter Bischof Dodo von Osnabrück (918-948) erfolgt. 1037 schenkte der Eigenherr Reginhold die Kirche von „Boclo“ an das Kloster Corvey.

Der Kirchenbau hat im Laufe der Jahrhunderte vielfach Veränderungen erfahren. Die drei Joche des einschiffigen Kernbaues haben Wandstärken von 1,40-1,60 Meter aufzuweisen, dazu mächtige Grundmauern aus Findlingen. Errichtet wurden die Wände aus Findlingen und Raseneisenstein in Schalenbauweise mit Gussverfüllung. Die ursprünglich romanischen Fenster erhielten bei Anbau des spätgotischen 5/8-Chores 1462 ihre heutige Form.

Der mächtige quadratische Westturm wurde 1512 verquadert, wie die niederdeutsche Schrift an der Südseite aussagt. Bei einem Unwetter stürzte er 1811 auf das Kirchendach und zerstörte die Gewölbe sowie einen Teil der Ausstattung. Als Ersatz erhielt der Bau eine Muldendecke. Erst 1993 wurde ein Kreuzrippengewölbe nach dem Vorbild im Chor rekonstruiert. Es ruht auf kurzen, gewundenen Dienstkonsolen.

Auch die Ausstattung hat vielfache Veränderungen und Ergänzungen erfahren. Hochaltar, Josefsaltar und Kreuzweg entstanden erst zwischen 1903 und 1910. Der Katharinenaltar, 1678 von Bernd Meiering, steht heute an der Nordwand. Teile des ehemaligen spätgotischen Sakramentenhauses sind in den heutigen Marienaltar eingebaut. Die letzte umfangreiche Renovierung der sogenannten „alten Kirche Bokeloh“ erfolgte 1994 bis 1998.

1977 bis 1979 entstand für die gewachsene Gemeinde ein Neubau, der nicht – wie bei vielen Erweiterungen des 20. Jahrhunderts – in die Substanz der historischen Kirche eingegriffen hat. Er ist lediglich durch die ehemalige Sakristei mit dieser verbunden. Der Zentralbau mit achteckigem Grundriss wurde von den Architekten Ostermann und Droste aus Münster konzipiert.

Angaben nach „Kirchen im Hasetal“ Nr. 19

Abpfarrungen

1215 Berßen
vor 1350 Hüven nach Sögel (?), später zu Werlte
vor 1350 (?)/1412 Teglingen nach Meppen
spätestens 15 Jh. Stavern nach Sögel
1902 Bramhar, Klosterholte und Haverbeck nach Bawinkel
1923 Huden und Lahre nach Haselünne
1947 Kuratie Apeldorn
1969 Kuratie Lehrte

Umpfarrungen

1951 Meppenerfeld, Vogelpohl und Wekenborg von Meppen nach Bokeloh

Pfarrachiv
Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch ab 1649
Firmbuch ab 1825
Pfarrchronik ab 1864