Anregung für einen persönlichen Bittgang

Der Monat Mai ist geprägt von Maiandacht und vielerorts von Bittprozessionen.
Die Bitttage sind christliche Gebets- und Prozessionstage, vor dem Fest Christi Himmelfahrt. In diesem Jahr wird es wegen der Corona Pandemie keine Bittprozessionen geben. Wir möchten Sie/Euch zu einem besonderen Gebet an diesen Tagen einladen. Denn Jesus sagt zu uns: „Bittet und ihr werdet empfangen“.
Vielleicht machen Sie einmal einen Spaziergang oder eine Fahrradtour durch Wald und Feld, und machen dann eine kurze Rast, z.B. an einer Mariengrotte oder einem Kreuz, das am Wege steht. Das Bittgebet ist und bleibt ein Jahrtausend geschütztes Zeichen.

Gebet

Allmächtiger Gott, Schöpfer allen Lebens, du bist uns Vater und weißt was wir zum Leben brauchen. Gib den Früchten der Erde Wachstum und Gedeihen. Bewahre unsere Felder und Fluren vor Unwetter und Katastrophen. Schenke uns Regen in Trockenzeiten und Sonnenschein zum Reifen. Segne das Werk unserer Hände und unseres Geistes, unserer Arbeit auf Feld und Flur, in Familie und Beruf, in Kirche und Welt.
Sei uns nahe auf unserem Bittgang, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sei allen nahe für die wir beten.
Unser Herr Jesus Christus hat gesagt: Bittet und ihr werdet empfangen, suchet und Ihr werdet finden, klopft an und es wird euch aufgetan.

Andacht ü. die Schöpfung Gl 680, 4

Lied 468 "Gott gab uns Atem"

Gebet und Gesätz v. Rosenkranz

Gott, unser Vater, du hast deinen Geist ausgesandt über Maria und sie ermutigt, Unmögliches zu wagen. Du hast deinen Geist den Aposteln gegeben und sie stark gemacht, alle Angst zu überwinden.
Du hast deinen Geist uns allen geschenkt und uns befähigt, dir grenzenlos zu vertrauen, auf deine neue Welt zu hoffen, einander aufrichtig zu dienen.
Bleibe bei uns mit deinem Heiligen Geist. Amen.

Gesätz: „...Der uns den heiligen Geist gesandt hat."

Lied 899 Str. 1, 7, 10 + 11 "O, Jungfrau wir dich grüßen"

Gebet um Gedeihen der Feldfrüchte

Barmherziger Gott und Vater! Du erhältst unser Leben.
Wir rufen zu dir um das tägliche Brot und um alles, was wir brauchen!
Lass die Früchte auf unseren Feldern wachsen und gedeihen, gib Regen zur rechten Zeit!
Herr, alles liegt in deinen Händen! Du kannst geben und nehmen.
Darum bitten wir dich:
Segne die Früchte der Felder, behüte die Tiere im Stall und auf der Weide, segne alle, die bebauen und versorgen.
Wir vertrauen ganz auf dich und versprechen, dass wir alles so verwenden wollen, wie du es willst: dass wir teilen mit denen, die nichts haben.
Wir wollen deine Schöpfung erhalten, wie du sie uns gegeben hast, damit auch kommende Generationen auf der Erde leben können.
In Unglück und Glück wollen wir an dich glauben!
Wir wollen immer daran denken, dass du unser V A T E R bist, der es gut mit uns meint. Verlass uns deshalb nicht, wir brauchen dich!
Segne uns und alles, was für diese und das ewige Leben nötig ist. Amen.

Lied 453 Str. 1 – 3, "Bewahre uns Gott"

Andacht v. Maria Gl 676, 4

Lied 521 Str. 1- 5, „Maria dich lieben….“

Schlussgebet

Freude und Heil
Gott segne uns, der seine Schöpfung erhalten will, wie unsanft wir auch mit ihr umgehen, der in unserer Nähe sein will, wie sehr wir uns auch von ihm entfernen.
Gott segne uns, der nicht altert und der nicht vergeht, der nicht welkt und der nicht verblüht, wie wir Menschen altern und verblühen.
Gott segne uns, der Güte und Gerechtigkeit will, unter dessen Heil sich jene aufrichten, die hilflos am Boden liegen.
Gott segne uns, der uns gibt, was wir brauchen, und der uns lehrt, unseren Dank an andere weiterzugeben.
Gott segne uns, der sich uns zuwendet, auch wenn wir eigene Wege gehen, der uns Frieden und Versöhnung, Freude und Heil schenkt Tag für Tag.

Gebete vor Kreuzen am Wegesrand

Unser Leben liegt in der Hand Gottes. Aus diesem Vertrauen heraus wenden wir uns in allen Nöten an den lebendigen Gott.
Allmächtiger und barmherziger Gott, zu dir rufen wir:

Die Erde und alles, was auf ihr wächst, hast du geschaffen, damit es den Menschen zur Nahrung dient. Schenke uns das richtige Wetter, das alles wachsen lässt, was wir zum Leben brauchen.
Segne die Mühen aller, die sich einsetzen, dass niemand hungern und dürsten muss. Erhöre uns, allmächtiger Gott, und wende alle Not.
Komm uns zu Hilfe und stärke uns, damit in allem dein Wille geschehe.

Allmächtiger und barmherziger Gott, zu dir rufen wir:
Du bist ein Freund der Armen und stehst auf der Seite der Schwachen. Schau auf die Menschen, die nichts von Leben erwarten.
Richte auf, die durch Krankheit, Misserfolge und Enttäuschungen am Boden liegen. Erhöre uns, allmächtiger Gott, und wende alle Not. Komm uns zu Hilfe und stärke uns, damit in allem dein Wille geschehe.

Allmächtiger und barmherziger Gott, zu dir rufen wir:
Du willst das Heil aller Menschen. Erfülle die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit deinem Geist.
Segne das Tun der Menschen in Arbeit und Freizeit. Steh denen bei die keine Arbeit haben. Erhöre uns, allmächtiger Gott, und wende alle Not.
Komm uns zu Hilfe und stärke uns, damit in allem dein Wille geschehe.

Ein Gebet aus dem Gotteslob (Nr. 19,3)

Öffne meine Augen, Gott,
deine Herrlichkeit in der Vielfalt
von Pflanzen und Blumen zu sehen.

Öffne meine Ohren, Gott,
deine Stimme im Vogelgesang
und im Rauschen der Blätter zu hören.

Öffne mein Herz, Gott,
deine Liebe in der Fülle
von Früchten und Samen zu erahnen.

Öffne meine Hände, Gott,
deine Schöpfung
zu pflegen und zu bewahren.

Öffne mein Leben, Gott,
und mach mich fähig,
dich in allem zu erkennen.

ANDREA REHN-LARYEA (* 1963)