Impuls für den 2. Sonntag nach Weihnachten - 03.01.2021


Bild von Gerd Altmann auf

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Éphesus.

Eph 1, 3–6.15–18

3 Gepriesen sei Gott, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
4 Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor ihm.
5 Er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und zu ihm zu gelangen nach seinem gnädigen Willen,
6 zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn.
15 Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke;
16 denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört.
17 Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.
18 Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.

Wort des lebendigen Gottes

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes

Joh 1, 1–18

1 Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.
2 Dieses war im Anfang bei Gott.
3 Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist.
4 In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen.
5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.
6 Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes.
7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
10 Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
12 Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
13 die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
15 Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
16 Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Gedanken

Liebe Schwestern und Brüder,

die drei Texte des heutigen Tages sprechen von unserem einen Gott.

Von Jesus, dem Gottessohn, hören wir im Brief an die Gemeinde in Ephesus und indirekt in den anderen beiden Texten.
Das Evangelium spricht zunächst vor allem von Gott, dem Schöpfer, der allmächtig und voller Liebe die neue Schöpfung begonnen hat.
Von Gott, dem Heiligem Geist hören wir in der Lesung aus dem Buch Jesus Sirach und auch im Evangelium.

Unser Gott, wie wir ihn heute in den drei Texten erfahren, ist nicht drei Personen – Gott Vater und Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Er ist auch nicht ein Gott mit drei Gestalten. Unser Gott ist Beziehung in sich selbst. Gott ist die Liebe, die in sich so stark ist, dass sie einen Anfang wagte.
Diesen Anfang hat Gott vor aller Zeit mit der ganzen Welt gewagt.

Dabei hat Gott sich nicht ein Biotop im Labor gemacht, damit er was zum Beobachten hat oder damit Spielen kann.
Vielmehr hat Gott mit seiner Schöpfung ein Gegenüber geschaffen, das er liebt und von dem er Antwort auf diese Liebe erwartet.

Gott hat mit dieser Welt einen Anfang geschaffen und wir selbst sind Teil dieses Anfangs.
Seit Schaffung der Welt wird täglich etwas neu, stirbt täglich etwas, verändert sich täglich etwas.
Und weil wir Teil dieser Schöpfung sind, sind wir tatsächlich auch Teil des Anfangs.
So mancher Anfang macht Angst. Ein Schulwechsel kann schon erschrecken oder der Verlust einer gewohnten Lebenssituation, weil ich umziehen muss.

Anzufangen bedeutet sich umzustellen, oftmals muss ich neue Menschen kennenlernen und geliebte Menschen zurücklassen.
Anzufangen heißt auch, manches zurückzulassen und etwas Neues zu wagen.
Anzufangen bedeutet für mich tatsächlich auch Erfahrungen zu machen und dazu gehören Fehler und Besinnung.

Liebe Schwestern und Brüder,

Gott hat mit uns Menschen einen Anfang gemacht und in diesen Anfang hinein gehörte der Plan, dass wir Menschen das Leben haben und zwar nicht irgendwo, sondern im Reich Gottes, im Paradies.

Gott hat aber, als er uns aus Liebe erschuf, nicht alles erzwingen wollen. Deshalb hat er uns geschenkt, dass wir einen Willen haben und dieser Wille hat dazu geführt, dass wir nicht mehr im Paradies leben.
Weil Gott den Menschen liebt, hat er ihn nie verlassen. Er hat dem Volk Israel seine Aufmerksamkeit geschenkt und diese in Jesus Christus auf uns alle ausgeweitet.
Mit der Geburt Jesu hat Gott angefangen seine Liebe spürbar und sichtbar werden zu lassen und uns so aufgetragen selbst damit zu beginnen.

Liebe Schwestern und Brüder,

Gott hat vor aller Zeit angefangen mit seiner Beziehung zu uns und er hat nie damit aufgehört.
Auch wenn wir Menschen immer wieder andere Zugänge zu ihm gefunden haben und durch viele Verantwortliche immer ein neues Bild von Gott bekommen haben, ist er doch der gleiche dreieinige Gott.

Heute lasst uns einen neuen Anfang machen. Mit dem Beginn dieses Jahres lasst uns damit anfangen den Nächsten anders zu behandeln.
Lasst uns auf die Schöpfung mit einem anderen Auge schauen und lasst uns so leben, dass Gott spürt, dass seine Liebe Antwort findet.
Ich denke, dieses Jahr 2021 ist nicht der Anfang vom Ende der Pandemie oder der Anfang für eine Impfperiode. Dieses Jahr 2021 sollte für uns Christen der Anfang eines neuen Lebens sein.
Wagen wir täglich neu den Anfang Gott in unser Leben einzubinden und ihm zu Ehre zu reden und zu handeln.

Amen.

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott, du erleuchtest alle, die an dich glauben. Offenbare dich den Völkern der Erde, damit alle Menschen das Licht deiner Herrlichkeit schauen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen menschgewordenen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir liebt und wirkt in alle Ewigkeit.
Amen.

Ralf Wellbrock