Impuls zum 1. Sonntag der Fastenzeit - 21.02.2021


Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.                                                                                                                               Mk 1,12-15

In jener Zeit
12 trieb der Geist Jesus in die Wüste.
13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes
15 und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Gedanken

Liebe Schwestern und Brüder,

vor fast einem Jahr ging es los mit der Corona Pandemie. Am 13.03. mussten unsere Kirchen schließen und damit wurde alles Leben zurück gefahren.
Man könnte meinen, dass das, was wir in der Lesung über den Bund zwischen Gott und Noah gehört haben, irgendwie aufgehoben schien. Kein Leben mehr in unseren Gebäuden, keine großen Bewegungen auf Straßen und Plätzen, Spiel- und Sportplätze waren genauso verwaist wie Schulgelände.
Doch erinnern Sie sich noch welches Zeichen plötzlich in vielen Haushalten auftauchte? Es war ein tröstliches Bild, das in vielen Fenstern zu sehen war; die bunten Farben eines Regenbogens verbunden mit dem Satz:
Alles wird gut.
Und sicherlich haben viele nicht mehr gewusst, woher dieser Regenbogen stammt. Heute in der Erzählung aus dem Buch Genesis hören wir von dem Ursprung.

Gott hatte die Himmel geöffnet und es regnete 40 Tage und Nächte und alles was nicht gut war, wurde vernichtet. Es überlebten Noah und seine Familie und die Tiere die auf der Arche waren und auch die Lebewesen des Wassers.
Und Gott versprach dem Noah und allen Nachkommen, dass alles gut werden würde. Er versprach, dass er nie wieder solches Elend auf die Welt kommen lassen würde, dass alles Leben vernichtet wird.
Das Zeichen, dass er als Erinnerung für die Menschen und auch für sich als Bundeszeichen setzte, ist der Regenbogen.
Und dieser Regenbogen ist für mich bis heute, immer wenn ich ihn sehe, nicht nur einfach ein tolles Naturphänomen und schon gar nicht der Anlass mich mit Hacke und Schaufel aufzumachen um den Goldtopf am Ende des Regenbogens zu finden.
Es ist für mich tatsächlich die Brücke zwischen Himmel und Erde und wenn ich einen Regenbogen sehe, dann ist das für mich ein Zeichen von: Alles wird gut. Gottes Versprechen an uns alle: Ich habe dich nicht vergessen.

Liebe Schwestern und Brüder,

dieses ist das erste Bundeszeichen das Gott gesetzt hat, aber diesen Bund hat er immer wieder erneuert. Er hat immer wieder einzelnen Menschen in der Bibel zugesagt, dass er mit ihnen und ihren Nachkommen ist und dass er ihnen hilft.
Gott war treu in seinem Bund. Er hat sich immer an das Volk erinnert, dass er zu seinem Volk gemacht hat. Aber die Menschen hatten damals wie heute Probleme mit diesem Gedanken. Das Leben war und ist zu bunt und zu herausfordernd.
Deshalb setzte Gott das nächste große Bundeszeichen. Das waren die Gesetzestafeln die Mose am Berg Sinai empfing. Obwohl er sein Volk aus Ägypten in die Freiheit führen wollte und bis hierher sicher geleitet hatte, waren die Menschen unzufrieden.
Und Gott wollte den Bund auf eine neue Stufe stellen. Die Bundestafeln sind wie ein Vertrag, finde ich. Es steht genau geschrieben, wie die Regeln sind und das Ergebnis dieses Bundes erlebten die Menschen – Freiheit und die Aussicht auf eine neue Heimat. Mit diesem Vertrag hob Gott die Menschen auf eine neue Ebene. Ich meine, er hat uns zu Vertragspartnern gemacht. Er gab uns eine greifbare Zusage mit diesen Platten, etwas „Handfestes“ sozusagen.
Es ist wie der Satz: „Alles wird gut“ unter dem gemalten Regenbogen, der noch einmal ausschreibt, dass wir in Hoffnung leben können.

Aber auch dieser Bundesvertrag reichte irgendwann nicht aus. Es fiel und fällt uns Menschen schwer, den Bund mit Gott einzuhalten.
Die Gebote sind Anforderung, Herausforderung und manchmal sogar Überforderung, je nachdem wie es uns Glaubenden und Suchenden gerade geht.
Deshalb kommt Jesus in unsere Welt. Und damit wir nicht behaupten können, er habe alles einfacher weil er ja Gott ist, ist Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott. Er durchlebt Versuchung, Angst und unser ganzes menschliches Leben um am Ende seine Göttlichkeit zu beweisen und durch seinen Tod und seine Auferstehung uns zu dem Leben zu führen, dass Gott von Anfang an für uns bestimmt hat.

Gott ist in seinem Bund so treu, dass er nicht anders kann als immer wieder zu versuchen, uns zu erinnern: Ich liebe dich und ich werde dich nicht verlassen.

Nutzen wir diese Zeit uns neu an das zu erinnern, was Gott in seinem Bund uns allen zugesagt hat. Lasst uns zurückkehren zu dem Bund mit ihm und auch wenn es manchmal schwerfällt an diesen Gott zu glauben, der uns zusagt: Alles wird gut.

Gebet

Allmächtiger Gott, du schenkst uns die heiligen vierzig Tage als eine Zeit der Umkehr und der Buße. Gib uns durch ihre Feier die Gnade, dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen. Darum bitten wir durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Ralf Wellbrock