Impuls zum 15. Sonntag im Jahreskreis - 12.07.2020

Bild von S. Hermann & F. Richter auf

Lesung aus dem Buch Jesája.                                                    Jes 55, 10-11

So spricht der Herr:
10 Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,

11 so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.

Wort des lebendigen Gottes

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus                                                                                                                Mt 13,1-9

1 An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees.

2 Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich. Und alle Menschen standen am Ufer.

3 Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen. Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen.

4 Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es.

5 Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war;

6 als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.

7 Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.

8 Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.

9 Wer Ohren hat, der höre!

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Liebe Schwestern und Brüder,

eigentlich ist das, was ich jetzt tue, gar nicht gut. Ich versuche ein Gleichnis, ein Bildwort Jesu mit Bildern zu erklären. Aber ein Versuch ist es wert.

Immer wenn ich zur Kirche nach Apeldorn komme, steige ich aus dem Auto, geh auf die Kirche zu und mir springt der Hl. Antonius ins Auge. Die Brunnendarstellung ist etwas in die Jahre gekommen und es ist eine Darstellung der Erzählung das Antonius den Fischen predigt.

Die Erzählung sagt, dass Antonius in Rimini angekommen ist und niemand wollte oder durfte seine Predigten hören, das war so beschlossen.

Er wusste, dass er in schwierigem Gebiet war und stellte verärgert fest, dass die Menschen nicht würdig sein, dass ihnen gepredigt würde, deshalb wandte er sich an die Fische und predigte ihnen und es schauten eine Menge an Fisch aus dem Wasser und hörte seinen Worten zu.

Die Fische hören und ich frage mich, verstehen sie ihn?

Und haben die Menschen in Rimini verstanden, was Antonius ausdrücken wollte?

Wenn Ihr die Botschaft Gottes nicht wollt, wenn ihr sie nicht ernsthaft wollt, dann seid und bleibt ihr wie diese Fische. Ihr führt ein Leben das kein Ziel hat und keine Zukunft.

Ihr seid Menschen die den Mund auf und zu machen, aber es kommt nichts Sinnvolles heraus und Ihr hört vielleicht vieles, aber Ihr setzt es nicht um.

Liebe Schwestern und Brüder,

im Evangelium ist es natürlich etwas anders.

Jesus sucht gerade vielleicht einfach mal die Ruhe des Morgens und gleich kommen die Menschen, sie wollen von ihm hören und viele wollen auch sicher sehen, was er tun kann. Sensationslüstern und hoffnungsvoll, vielleicht kann er ja auch mir helfen.

So steigt Jesus in das Boot und fährt ein bisschen hinaus und er findet in der Menschenmenge eine Zuhörerschaft, die mehr will.

Er vergleicht die Menge dort mit der Saat, die ausgebracht wird um Frucht zu bringen und Jesus weiß, dass diese Frucht nicht überall gleich gut sein wird.

Die sensationslüsternen Menschen die nur kommen um ihn zu sehen und seine Wunder zu sehen, bei denen fällt das Wort nicht auf guten Boden. Das Wort der frohen Botschaft kann bei ihnen keine Frucht tragen, denn dafür sind sie gar nicht gekommen.

Bei denen die sich ihm zuwenden, weil sie hoffen, dass er ihnen helfen kann, da wirkt das Wort etwas.

Sie spüren kurzfristig: Mensch, da ist ja was dran. Und sie versuchen Gott zu finden, bis ihnen jemand eine andere Empfehlung gibt. Dann wenden sie sich dem „Heilsbringer“ zu und das Wort Gottes verliert seine Kraft.

Ich finde das haben wir heutzutage beispielsweise da wo es darum geht, mit möglichst wenig Mitteln viel zu erreichen.

Der Mensch möchte sich nicht groß anstrengen, aber möglichst gut und erfolgreich leben, eine Diät erfordert mehr als nur auf dem Sofa zu sitzen und zu warten, dass die Kilos verschwinden.

Diejenigen unter den Zuhörern Jesu die nicht kommen, weil sie eine sofortige Wende erwarten und denen, die Antworten auf ihre persönlichen Fragen erwarten, denen kann das Wort helfen.

Jesus kann mit seiner Botschaft vom liebenden Gott Hilfe und Motivation geben, sich nicht aufzugeben, sich nicht klein zu machen und sich voll auf Gott einzulassen.

Wem dies gelingt und wer das lebt, der trägt Frucht denn er wird anderen davon erzählen, dass es sich lohnt so zu leben.

Er wird seine Familie versuchen zu begeistern und auch alle die von seiner Veränderung erfahren.

Das zweite Bild das mir in den Sinn kommt ist der Menschenfischer, zu denen Jesus seine Jünger machen will.

Jesus sitzt auf dem Boot und er fängt die Menschen mit seiner Lehre ein, nicht um sie zu besitzen, eher um sie zu befreien.

Er predigt, damit sie leben und Zukunft haben, er predigt um Gott zu loben und zu preisen.

Die Worte Gottes tragen Frucht, damals wie heute, nicht immer 100fach, manchmal nur 60 oder 30fach, aber immer noch kann das Wort Gottes uns ergreifen und motivieren.

Und auch wenn in der Zeitung von den vielen Austritten geschrieben wurde, bleibt das Wort Gottes gültig und wahr.

Lasst uns hören und verstehen, was Gott uns sagen will.

Amen.

Gebet

Gott, du bist unser Ziel, du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit und führst sie auf den rechten Weg zurück. Hilf dass dein Wort bei uns Frucht trägt und gib uns den Mut das weiterzutragen, was Du uns anvertraut hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Amen.