Impuls zum 2. Sonntag im Jahreskreis


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
                                                                                            Joh 2, 1-11

In jener Zeit
1 fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei.
2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
5 Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!
6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter.
7 Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand.
8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm.
9 Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen
10 und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.
11 So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Gedanken

Liebe Schwestern und Brüder,
heute hören wir wieder, dass sich die Göttlichkeit Jesu offenbart. Am vergangenen Sonntag war Taufe des Herrn, die Göttlichkeit wird bestätigt durch die Stimme des himmlischen Vaters und durch den Heiligen Geist in Form einer Taube. Die Bestätigung kommt von außerhalb, genau wie an Weihnachten.
Das normale Geschehen einer Geburt wird zu einem himmlischen Ereignis, weil Engel die Geburt verkünden, Hirten bestätigt finden, was sie hören und Könige dem Stern gefolgt sind. Beide Ereignisse zeigen die Göttlichkeit Jesu, ohne dass er selbst etwas tun muss. Heute wird Jesus selbst tätig.
Er zeigt seine Kraft, indem er eingreift und das Wasser bei der Hochzeit in Wein verwandelt. Interessant ist, dass die Gäste das gar nicht so mitbekommen und eigentlich ist es ein so ganz anderes Wunder wie die, die Jesus sonst tut. Man könnte sagen, es ist eine Machtprobe oder besser ein Machterweis. Jesus kann das tun, auch wenn es nicht darum geht, zu heilen oder zu retten. Gott kann helfen, wenn an ihn geglaubt wird und das ist hier auch so. Maria glaubt an die Kraft und Macht Jesu. Sie bittet ihn aus Mitleid mit dem Gastgeber, zu handeln.

Ein bisschen kommt mir Maria so vor, wie es der Prophet Jesaja sagt: Um Zions willen werde ich nicht schweigen, um Jerusalems Willen nicht still sein. Maria weiß, dass es Zeit wird, dass Jesus sich seiner Verantwortung stellt. Sie, die Jesus auf seinem Lebensweg seit der Krippe begleitet hat, weiß, dass die Jünger und die ganze Welt die Bestätigung brauchen, die sie selbst schon längst hat. Dieser Jesus ist der Messias, der Christus, gekommen, um die Welt zu erlösen. Und wenn auch von diesem Wunder nicht viele etwas mitbekommen, war es doch für die Diener und die Jünger etwas, dass sie zum Nachdenken bringen muss.

Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus tut Wunder und in der Regel bringen seine Taten immer dann Erfolg, wenn ihm geglaubt wird.

Lassen Sie zu, dass Gott bei Ihnen Wunder oder zumindest kleine Zeichen vollbringen kann?
Und haben Sie in Ihrem Leben schon mal daran gedacht, dass er auch bei uns Wunder wirkt?
Nein, diese Wunder mögen nicht groß sein und oft erkennen wir sie nicht, aber ich bin mir sicher, dass Sie, wenn Sie sich die Zeit nehmen, entdecken, dass da immer wieder Momente, Situationen oder Vorgänge waren, die zu etwas Gutem geworden sind. Und es bleibt unerklärlich, wie es dazu gekommen ist.

Gott tut Wunder auch in heutiger Zeit und Gott zeigt sich auch in deinem und meinem Leben. Wie Jesaja sollen wir darüber nicht still sein. Wir sollen und dürfen Gott loben und immer wieder erkennen, dass er in der Welt wirkt und sich zeigt.
Die Offenbarung ist nicht abgeschlossen und Gottes Wunder sind erst zu Ende, wenn wir alle bei ihm das Leben in Fülle haben.
Amen.

Gebet

Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir
lebt und wirkt in alle Ewigkeit.
Amen.