Impuls zum Freitag der 10. Woche im Jahreskreis - 11.06.2020

Noch immer begleitet uns der Prophet Elija durch die Lesungen dieser Tage. Wie dem Mose wurde auch ihm eine Gottesbegegnung auf dem Berg Horeb geschenkt. Und wie Mose verhüllt auch er sein Angesicht, denn Gott wohnt in einem Licht, dem keiner nahen kann. Doch Gott offenbart sich ihm ganz anders als dem Mose.

Gebet

Heiliger Gott.
Du bist unsagbar größer, als wir Menschen begreifen, du
wohnst im unzugänglichen Licht, und doch bist du uns nahe. Gib, dass wir
heute mit Ehrfurcht vor dir stehen  und froh werden in deiner Nähe. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung                                                     1 Kön 19,9a.11–16;

9a Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten.

11 Der HERR antwortete: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den HERRN! Da zog der HERR vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem HERRN voraus. Doch der HERR war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der HERR war nicht im Erdbeben.

12 Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der HERR war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln.

13 Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.

14 Da vernahm er eine Stimme, die ihm zurief: Was willst du hier, Elija? Er antwortete: Mit Leidenschaft bin ich für den HERRN, den Gott der Heerscharen, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übrig geblieben und nun trachten sie auch mir nach dem Leben.

15 Der HERR antwortete ihm: Geh deinen Weg durch die Wüste zurück und begib dich nach Damaskus! Bist du dort angekommen, salbe Hasaël zum König über Aram!

16 Jehu, den Sohn Nimschis, sollst du zum König von Israel salben und Elischa, den Sohn Schafats aus Abel-Mehola, salbe zum Propheten an deiner Stelle.

Zu den Schriftlesungen

Die Lesung von der Gottesbegegnung auf dem Horeb zeigt, dass Gott ganz anders ist, als die Menschen sich ihn vorstellen. Nicht in der Naturgewalt kommt er, sondern im Säuseln des Windes. Auch von Jesus erwarteten die Menschen etwas anderes, wenn er der erhoffte Messias sein sollte.
Doch auf ihn traf das Wort des Jesaja zu: Er schreit nicht und lärmt nicht, das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus.

Mit seiner Verkündigung spricht er auch anders, als seine Zuhörer es kennen: „Ihr habt gehört – ich aber sage euch …“ Und was er sagt, gibt zu denken: Es genügt nicht, Gottes Gesetz äußerlich zu befolgen, es muss sich widerspiegeln im Inneren des Menschen, in seiner Haltung anderen gegenüber.

Fürbitten

Jesus lehrt uns, Gott und auch die Menschen mit anderen Augen zu sehen.
So wollen wir ihn bitten:

  • Sei allen nahe, Herr, die dein Wort verkündigen, dass sie eine Sprache finden, die von den Menschen verstanden wird.

Herr Jesus Christus: Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Stärke alle, die Menschen begleiten, die körperlich oder seelisch erkrankt sind, und gib ihnen einen liebevollen Sinn und Geduld.
  • Lohne das Engagement all der Menschen, die sich um Verarmte, um Obdachlose und andere Notleidende kümmern, die ihnen ihren Dienst nicht vergelten können.
  • Wecke in jungen Christen die Bereitschaft, sich in deinen Dienst zu stellen und Gottes Reich, das anders ist als unsere Welt, zu verkünden.
  • Nimm unsere Verstorbenen auf in deine Herrlichkeit.

Herr, Jesus Christus, dir vertrauen wir als unserem Bruder und Herrn in alle Ewigkeit.

Vater unser

Wort auf den Weg

Elija auf dem Horeb – der Mensch vor Gott. Einmal stehen wir alle in dieser Situation. Wie wird Gott uns begegnen? Machtvoll, furchterregend wie im Sturm oder Erdbeben? Sanft wie im säuselnden Wind? Jedenfalls wohl ganz anders, als wir es uns vorstellen können. In Jesus hat er sich zu einem von uns gemacht. Und so will er uns auch zur Seite gehen.