Impuls zum Freitag der 13. Woche im Jahreskreis - 03.07.2020

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Heute begehen wir den Gedenktag des Hl. Thomas.
Der heilige Thomas  gehört zum Kreis der Zwölf. „Thomas, genannt Didymus (Zwilling)“ (Joh 11,16) nennt ihn die Bibel mit seinem Beinamen, der in allen vier Verzeichnissen  der Apostel in den Evangelien erwähnt wird. Für viele hat der Name Thomas das feste Attribut „der Zweifler“ oder „der Ungläubige“.
Das erinnert an die Erscheinung des Auferstandenen vor den Jüngern, bei der Thomas zunächst nicht zugegen ist. Thomas, der sich anfangs weigert, den anderen zu glauben, dass Jesus lebt, wird in der persönlichen Begegnung mit Jesus überzeugt und tief bewegt, sodass er bekennt: „Mein Herr und mein Gott.“ (Joh 20,28). Der Überlieferung zufolge war Thomas als Missionar in Indien tätig, wo er den Märtyrertod erlitt.

TAGESGEBET

Allmächtiger Gott, am Fest des heiligen Apostels Thomas bitten wir dich: Höre auf seine Fürsprache und bewahre unseren Glauben in der Not des Zweifels; öffne unser Herz für das Wort deines Sohnes, damit wir wie Thomas ihn bekennen als unseren Herrn und Gott und das Leben haben im Namen Jesu Christi, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

AUS  DEM  HL.  EVANGELIUM NACH  JOHANNES                        Joh 20,24-29

Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen.

Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in die Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

IMPULS  ZUM  EVANGELIUM

So wie Thomas geht es uns allen einmal. Es fällt schwer Dinge zu glauben, die man nicht sehen, fühlen, hören oder schmecken kann. Thomas hatte Zweifel, ob Jesus tatsächlich auferstanden ist. Denn er hatte ihn nicht gesehen. Erst nachdem er ihn gesehen und die

Wunden gespürt hatte, glaubte er an Jesus Auferstehung.

„Selig sind aber diejenigen, die nicht sehen und doch glauben“, sagt Jesus zu Thomas.

Damit meint er auch uns: Wir können Jesus nicht sehen. Alles was wir über Jesus wissen, steht in der Bibel. Wenn wir lesen, was er getan und wie er gelebt hat und gestorben ist, dann erfahren wir viel über Jesus. Dann fällt es uns leichter, an seine Auferstehung zu glauben und daran zu glauben, dass Jesus in unserer Mitte ist – auch wenn wir ihn nicht sehen.

Der Glaube ist das Wunder Gottes, das der Heilige Geist in unserem Herzen wirkt. Wir können ihn nur empfangen. Im Lied „Gottheit tief verborgen…“ aus dem Gotteslob Nr. 497 finden wir eine Strophe mit folgendem Text:

"Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot, bet ich dennoch gläubig: „Du mein Herr und Gott!“. Tief und tiefer werde dieser Glaube mein, fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein.“

Das dürfen wir fest glauben!

FÜRBITTEN

Jesus Christus, den der Apostel Thomas als Herrn und Gott bekannte, bitten wir:

  • Für die ganze Kirche: dass du ihr im Wort und Sakrament nahe bleibst.

(Stille) Christus, höre uns

  • Für die Völker Indiens: dass sie durch deine Gnade zum Heil gelangen.

(Stille) Christus, höre uns

  • Für alle, die im Glauben verunsichert sind: dass du dich ihnen offenbarst.

(Stille) Christus, höre uns

  • Für unsere Gemeinden: dass wir uns auf das Zeugnis des Hl. Thomas verlassen.

(Stille) Christus, höre uns

Barmherziger Gott, auf die Fürsprache des Hl. Thomas bestärke uns, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, unser Leben anzuvertrauen, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

VATER UNSER

WORTE  AUF  DEM  WEG

Der Gläubig, der nie gezweifelt hat, wird schwerlich einen Zweifler bekehren.
Marie von Ebner-Eschenbach (österreichische Schriftstellerin, 1830-1916)

Christa Gerdzen