Impuls zum Freitag der 26. Woche im Jahreskreis


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Gebet

Großer Gott, du rufst Menschen in deine Nähe, die nichts von sich selbst erwarten, sondern alles von dir erhoffen. Führe uns den Weg der Demut und der Gotteskindschaft, den du der heiligen Theresia gezeigt hast. Vollende auf ihre Fürsprache auch unser Leben in deiner Herrlichkeit und lass uns dein Antlitz schauen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung                                                                  Baruch 1, 15-22

15 Sprecht: Der Herr, unser Gott, ist im Recht; uns aber treibt es bis heute die Schamröte ins Gesicht, den Leuten von Juda und den Bewohnern Jerusalems,
16 unseren Königen und Beamten, unseren Priestern und Propheten und unseren Vorfahren;
17 denn wir haben gegen den Herrn gesündigt
18 und ihm nicht gehorcht. Wir haben auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, nicht gehört und die Gebote nicht befolgt, die der Herr uns vorgelegt hat.
19 Von dem Tag an, als der Herr unsere Vorfahren aus Ägypten herausführte, bis auf den heutigen Tag waren wir ungehorsam gegen den Herrn, unseren Gott. Wir hörten sehr bald nicht mehr auf seine Stimme.
20 So hefteten sich an uns das Unheil und der Fluch, den der Herr durch seinen Diener Mose androhen ließ am Tag, als er unsere Vorfahren aus Ägypten herausführte, um uns ein Land zu geben, in dem Milch und Honig fließen, und so ist es noch heute.
21 Wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und auf alle Reden der Propheten, die er zu uns gesandt hat.
22 Jeder von uns folgte der Neigung seines bösen Herzens; wir dienten anderen Göttern und taten, was böse ist in den Augen des Herrn, unseres Gottes.

Evangelium                                                           Lukas 10, 13-16

13 Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind - längst schon wären sie in Sack und Asche umgekehrt.
14 Doch Tyrus und Sidon wird es beim Gericht erträglicher ergehen als euch.
15 Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhoben werden? Bis zur Unterwelt wirst du hinabsteigen!
16 Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

Zu den Schriftlesungen

Die Lesung des heutigen Tages aus dem Buch Baruch ist ein großes Bußgebet und ein ehrliches Schuldeingeständnis. Das Volk erkennt, dass es seit der Befreiung aus der ägyptischen Gefangenschaft „bis auf den heutigen Tag“ die Gebote und Weisungen Gottes immer wieder verlässt. Die Beter dieser Worte wissen sich mitschuldig an der Missachtung der Gebote Gottes, die doch den Weg zum Leben weisen.
„Bis auf den heutigen Tag“ – dieses Wort des Volkes Israel lässt sich auch bis in unsere Zeit fortsetzen. Auch den Menschen unserer Tage bietet Gott seine Freundschaft, seine Liebe, seine Vergebung an. Was passiert, wenn wir nicht auf seinen Weg gehen, musste das Volk Israel erfahren, wie es Jesus heute im Evangelium in den „Wehe-Rufen“ ankündigt.
Daher ist das Eingeständnis der Schuld der notwendige erste Schritt. Darauf sollte aber der zweite Schritt folgen, nämlich dass wir versuchen, unsere Herzen zu Gott hinzukehren und auf seinem Weg zu gehen – einem Weg, der zum Leben führt und ins Glück.

Fürbitten

Zu unserem Vater im Himmel lasst uns beten:

  • Für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger: dass sie die Herzen der Menschen erreichen und den Weg zum Leben aufzeigen.

Du Gott mit uns:
Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für alle, die ihre Schuld einsehen und sich eingestehen: dass sie den Mut finden zu einem Neubeginn.
  • Für die Mitglieder des Karmeliterordens: dass sie in Demut, Menschenfreundlichkeit und im Gebet die kleinen Wege mit den Menschen gehen und so den Himmel spürbar machen.
  • Für die kranken und leidenden Schwestern und Brüder: dass sie Hilfe erfahren durch gute Menschen und den Heiland Jesus Christus spüren.
  • Für alle, die aus dieser Welt abberufen wurden und die wir vermissen: dass sie bei dir leben, und dass die Trauernden die Hoffnung auf ein Wiedersehen nie verlieren.

Gott, du führst uns den Weg zum Leben und zum Heil. Ehre und Lobpreis sei dir mit dem Sohn und dem Geist in alle Ewigkeit.

Wort auf den Weg

„Beten heißt nicht viel reden, sondern viel lieben.“
(Theresia von Lisieux)

aus: Liturgie konkret plus

Sarah Bentlage