Impuls zum Freitag der 3. Woche im Osterkreis - 23.04.2021


Zu Beginn des Liedes heißt es:

Du hast mir schon Fragen gestellt
über Gott und über die Welt
und meist konnt' ich dir Antwort geben.
Doch jetzt bringst du mich aus dem Lot
mit deiner Frage nach dem Tod,
und was ist, wenn wir nicht mehr leben?
Da muss ich passen, tut mir leid!
Niemand weiß da so recht Bescheid,
solang' es Menschen gibt auf Erden.
Ich stelle mir das Sterben vor:
so wie ein großes, helles Tor -
durch das wir einmal gehen werden

Gedanken – sehr passend zum Thema „Leben im Sterben“!
Wie sieht dieser Weg bis zu diesem Tor aus?
Mit welcher Vorstellung gehe ich durch dieses Tor?
Gerade auch dann, wenn ich in eine Krise gerate oder gar eine lebensbedrohliche Krankheit diagnostiziert wird. Wenn die Diagnose lautet: Sie haben noch einige Woche oder wenn es gut geht, ein paar Monate zu leben!
Was brauche ich dann für das verbleibende Leben?
Am notwendigsten sicherlich eine gute Medizin und ebenso wichtig sind Menschen an meiner Seite – Menschen, die nicht vor der Situation davonlaufen, an meiner Seite bleiben und mit mir sprechen: über meine Ängste und Sorgen, aber auch über meine Hoffnungen und Wünsche!
Wie gut ist es, dann in einem guten Sozialgefüge von Familie, Nachbarn und Freunden eingebunden zu sein.
Wie wichtig ist es, dann wenn sich Menschen aus der Hospiz- und Palliativversorgung um mich kümmern und mir zur Seite stehen: in medizinischer, psychosozialer und auch in seelsorglicher Hinsicht. Menschen, die mir sagen und signalisieren:

Ich bin an deiner Seite!
Ich lasse dich nicht allein!
Ich halte deine Krankheit mit dir aus!
Ich teile mit dir das Gute und auch Schlechte.
Ich laufe nicht weg!
Denn das ist es, was unsere Gesellschaft, was kranke Menschen so sehr brauchen: andere, die nicht wegsehen und weglaufen, auch wenn die Situation manchmal nur schwer auszuhalten ist.
Die auch über das Ende und die Frage: was kommt nach dem Tod sprechen. Ihre Hoffnungen und ihre Ängste darüber zum Ausdruck bringen.
Die dann vielleicht auch vermitteln, wie es am Ende des Liedes von Reinhard Mey heißt:

Dahinter liegt der Quell des Lichts
oder das Meer, vielleicht auch nichts,
vielleicht ein Park mit grünen Bänken
Doch eh' nicht jemand wiederkehrt
und mich eines Bess'ren belehrt,
möcht' ich mir dort den Himmel denken
…….

Jenseits von Zwietracht, Angst und Leid
in Frieden und Gelassenheit,
weil wir nichts brauchen, nichts vermissen -
und es ist tröstlich, wie ich find`,
die uns vorangegangen sind
und die wir lieben, dort zu wissen.
Und der Gedanke, irgendwann -
auch durch dies' Tor zu geh'n,
hat dann nichts Drohendes,
er mahnt uns eben:
jede Minute bis dahin
wie ein Geschenk, mit wachem Sinn
in tiefen Zügen zu erleben.

So sind wir auch besonders in dieser Woche noch einmal zum eigenen Nachdenken über diese letzte Phase des Lebens eingeladen……

Petra Kleene