Impuls zum Freitag der 31. Woche im Jahreskreis - 06.11.2020


Zeigen sich nicht am Horizont bereits jetzt Zeichen einer Hoffnung darauf, dass diese dunklen Tage in uns und um uns herum nicht die Endstation sind, sondern dass auf uns schon jetzt Tage warten, die bunter sind? Und bietet der November nicht doch auch für uns die Möglichkeit mal wieder inne zu halten, über das Leben nachzudenken und vielleicht auch in der Hektik des Alltags eine neue Ausrichtung unserer Tage vorzunehmen?

Früher bildeten die Tage zwischen dem Martinsfest und Weihnachten eine zweite Fastenzeit, eine Zeit der Exerzitien und der inneren Vorbereitung auf die Ankunft des Herrn an Weihnachten. Heute ist dies Bewusstsein verloren gegangen. Nutzen wir diese Tage, um uns einzustimmen, um inneren Frühjahrsputz im Herbst vorzunehmen!
Werden wir wieder stiller und ruhiger, bewusst aufmerksam für das, was um uns herum geschieht, dafür, dass vieles Geschenk ist, Gottes Geschenk ist, dass auch vieles vergänglich ist. Werden wir dankbarer für die wenigen schönen und heiteren Stunden des Lebens.

Und wie wir ahnen und hoffen, dass der Tod nicht das Ende, sondern erst ein Anfang bedeutet, so wissen wir auch, dass es eine Zeit gibt, wo wir die Wintermäntel wieder in die Schränke räumen können, wo wir die Winterreifen wieder zurück in die Garage räumen, wo die Bäume aufs Neue zu blühen beginnen. Ja, wir wissen und ahnen, dass wir Menschen der Hoffnung sind, dass auch nach einem langen Winter ein neuer Frühling und ein neuer Sommer kommen werden.

Quelle: P. Jörg Widmann, SDB