Impuls zum Freitag der 33. Woche im Jahreskreis


VORBILDER

Die eine hat in unserem Jahrhundert, die andere vor rund 800 Jahren gelebt. Im Schicksal der beiden, Lady Diana und Elisabeth, der Landgräfin von Thüringen, hat es einige auffällige Parallelen gegeben.

Beide fühlen sich fremd am Hof. Verkrustete Strukturen und Unverständnis der Schwiegerfamilien machen ihnen zu schaffen. Das Engagement für ihr Volk macht beide beliebt. Besonders arme und ausgegrenzte Menschen haben es ihnen angetan. Sie haben weder Angst davor, Menschen mit Aussatz zu pflegen, noch aidskranke Kinder in den Arm zu nehmen. Sie sterben jung und früh. Über die Grenzen ihrer Länder hinweg sind Menschen bewegt. Auch nach dem Tod werden beide verehrt. Statuen der Elisabeth von Thüringen stehen in Kirchen und Hospitälern. Fotos und Bilder von Lady Diana finden sich in Illustrierten und bei Erinnerungs- und Benefizkonzerten.

Und dennoch verehrt man die eine als große Heilige jedes Jahr am 19. November.

Die andere ist als „Königin der Herzen“ immer noch in ihrem Volk präsent. Was macht den Unterschied? Wie kann man auch heute noch zu einer Heiligen werden? Sich für Menschen engagieren, die in Not sind, ist sicher ein wichtiger Schritt. In unserer Zeit tun das viele Menschen, die gut situiert sind und auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Die Medien sind voll davon. Die Frage ist:
Aus welchem Grund tun Menschen das? Von Elisabeth von Thüringen wissen wir, dass sie aus christlicher Überzeugung gehandelt hat. Um den konkreten Menschen ist es ihr gegangen. Sie hat die Menschen nicht benutzt. Ihre Lebensaufgabe hat sie darin gefunden, ganz für andere da zu sein.

Mariette Becker - Schuh

Wort auf dem Weg

Elisabeth, in unsrer Zeit / lehr du uns die Barmherzigkeit, /
dass wir im Armen Christus sehn / und so dem Herrn
entgegengehn.

Christa Gerdzen