Impuls zum Freitag der 33. Woche im Jahreskreis - 20.11.2020


Bild von Barbara Jackson auf

Gebet

Gütiger Gott,     
erleuchte deine Gläubigen
und mach ihre Herzen hell 
durch den Glanz deiner Gnade.       
Gib, dass wir in diesem Licht   
Christus als unseren Erlöser allezeit erkennen 
und ihn wahrhaft aufnehmen, 
der in der Einheit des Heiligen Geistes 
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Evangelium: Lk 19, 45 -48

Dann ging er in den Tempel und begann, die Händler hinauszutreiben.   
Er sagte zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.               
Er lehrte täglich im Tempel. Die Hohepriester, die Schriftgelehrten und die Ersten im Volk aber suchten ihn umzubringen.                                                              Sie wussten jedoch nicht, was sie machen sollten, denn das ganze Volk hing an ihm, um ihn zu hören.

Betrachtung zum Evangelium

Ein wütender, ja aggressiver Jesus begegnet uns im heutigen Evangelium. Wie kommen wir mit diesem Jesus zurecht? Manche Menschen sind irritiert, wenn sie die deutlichen Worte aus Jesu Mund hören, die er da im Vorhof des Tempels ausstößt. Und nicht nur das: Er schmeißt auch noch die Tische um und treibt einige Leute aus dem Tempel heraus. Wir denken: Das passt doch gar nicht zu diesem sonst so sanftmütigen Mann! Anderen ist es vielleicht gerade sympathisch wahrzunehmen: Schau mal an, der kann auch richtig ausrasten. Wer kann von sich sagen, dass ihm so etwas noch nie passiert ist? Auch normalerweise gut kontrollierte Menschen können in bestimmten Situationen ihre Haltung verlieren.

Warum hat Jesus damals so deutlich aufgeräumt und zugeschlagen? Jesus ging das Getue im Vorhof des Tempels mächtig gegen den Strich: das laute Marktgeschrei beim Anbieten der Opfertiere, das Geldtauschen, um die Tempelsteuer zu bezahlen, diese Geschäftemacherei. Noch mehr schmerzte und erzürnte ihn aber die Haltung der Menschen, die hinter diesem Tun stand: die Vorstellung, Gottes Wohlwollen oder Gunst mit bestimmten Opfergaben kaufen zu können.

Jesus will uns sagen und zeigen: Mit Gott braucht ihr keine Geschäfte zu machen. Etwas nach dem Motto: Ich war immer ganz brav, habe meine Gebete verrichtet, auch Gaben gegeben für die Armen, habe auch Wallfahrten unternommen, also bitte, Gott, lass es mir gut ergehen.

Gott schenkt jedem Menschen seine Liebe gratis, ohne Gegenleistung. Das ist das Zeugnis Jesu in Wort und Tat. Nein, ich muss keine bestimmte Frömmigkeits-Leistung erbringen, um von Gott geliebt  zu werden. Gott wartet auf uns, nicht auf unser Opfer. Worauf es also ankommt, ist, ob ich auch von mir aus in der Gegenwart Gottes lebe.

„Herr, mein Gott, erinnere mich an deine Gegenwart.“ Wäre das ein Gebet für mich? Nicht nur in der Kirche, sondern auch mal zwischendurch? Wie gut könnte mir das tun in vielen Situationen, dem nachzuspüren, wie gegenwärtig Gott auch in meinem Leben war und ist?

Fürbitten

Herr der Heerscharen, wohl dem, der dir vertraut, denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere.
Wir beten zu dir und ihn bitten.

  • Für die Menschen, die in unsere Kirche kommen, um zu beten und Gottesdienst zu feiern; für alle, die hier ihre Anliegen und Nöte vor dich bringen.

Herr, unser Gott:
Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für alle, die als Touristen unsere Kirchen besuchen und besichtigen, für alle, die sie als einen Ort der Stille aufsuchen.
  • Für alle Frauen und Männer, die in ihr einen liturgischen Dienst übernommen haben, die als Küster  Kirchen betreuen, die sie reinigen und schmücken oder anderen Menschen in Führungen erschließen.
  • Für alle Flüchtlinge, die von Abschiebung bedroht sind und in Kirchen Asyl suchen, und für alle, die ihnen beistehen.
  • Für alle, die vor uns hier gebetet und gefeiert haben – aber auch für alle, die nach uns kommen werden und auf deine Nähe und Liebe hoffen.
  • Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind, für alle, die Angst haben vor einer Infektion, für alle, die sich nicht frei bewegen können, für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern, für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmittel suchen.

Herr, unser Herr, wie bist du zugegen und wie unsagbar nah bei uns. Du bist in allem ganz tief verborgen, doch in den Menschen willst du wohnen, mit ganzer Kraft uns zugetan.  Wir preisen sich und danken dir. Amen.

Vater unser

Segen

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, Sei mit uns auf allen Wegen. Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei mit uns mit deinem Segen.

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns in allem Leiden. Voll Wärme und Licht, im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten.

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns, vor allem Bösen. Sei Hilfe und Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen.

Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen, dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unseren Wegen.

Quelle: Liturgie konkret und Gottes Wort im Kirchenjahr