Impuls zum Freitag nach Ostern


Der Mensch, durch den die Sonne scheint

Ein kleiner Junge kam mit seiner Mutter an einer großen Kirche vorbei. Er schaute an der Kirche hoch und sagte: „Mutti, schau mal, die großen Fenster sind ja ganz schön schmutzig, die sehen aber gar nicht schön aus.“
Daraufhin ging die Mutter mit ihm in die Kirche. Hier waren die Fenster, die von außen ganz grau und schmutzig aussahen, plötzlich strahlend bunt und leuchteten in den hellsten Farben.
Da staunte der Junge, er schaute sich die Fenster genau an. Über dem Altar war ein auffallend schönes Fenster zu sehen – mit vielen Heiligenfiguren. Und durch eine Figur strahlte die Sonne hindurch, sodass sie besonders hell war.
„Mama, wer ist das?“, wollte der kleine Junge wissen. Die Mutter antwortete: „Das ist ein Heiliger, der heilige Franziskus.“ Der Junge merkte sich das gut. Ein paar Tage später fragte der Religionslehrer in der Schule seine Schüler: „Wer von euch kann mir sagen, was ein Heiliger ist?“
Da war großes Schweigen in der Klasse. Nur der kleine Junge meldete sich und sagte: „Ich weiß es. Ein Heiliger ist ein Mensch, durch den die Sonne scheint.“
Unbekannt

Sonnenblume

Gott,
die Sonnenblume ist leuchtend und schön.
Vom Morgen bis zum Abend
wendet sie sich der Sonne zu.
Strahlen einfangen, das ist ihre tägliche Aufgabe.
Strahlen machen s t r a h l e n d.
Gott, deine Liebe ist wie die Sonne.
Sie ist immer und überall da.
In jeder Lebenslage können wir uns dir,
der Sonne unseres Lebens, aussetzen.
Gott, deine Strahlen wandeln uns.
Sie öffnen uns, wenn wir verschlossen sind.
Sie lassen uns wachsen, blühen und reifen.
Du ewig strahlende Sonne, gib
dass wir uns dir zuwenden,
um glücklich und s t r a h l e n d zu werden.
Strahlend aber wird man nie nur für sich.
Lass uns darum wie die Sonnenblume
zu kleinen leuchtenden Sonnen werden,
die andere erfreuen und glücklich machen.

Christa Gerdzen