Impuls zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi - Fronleichnam - 10.06.2020

Heute Abend in den Vorabendmessen und morgen in den Festhochämtern zum Fest Fronleichnam, dem Hochfest des Leibes und Blutes Christi, verehren wir in besonderer Weise die leibliche Gegenwart Jesu in der Eucharistie.
In den vergangenen Jahren war es mir immer ein Anliegen, die Entstehung und die Geschichte dieses Festes deutlich zu machen. Besonders einbezogen darin waren die Erstkommunionkinder, die mit ihrer Anwesenheit in ihren schönen Kleidern und Anzügen zeigten, dass auch sie nun diesen Leib Christi empfangen dürfen und diese Gemeinschaft der Glaubenden unterstützen und bezeugen.
Rufen wir uns auch in diesem Jahr ins Gedächtnis, welchen Ursprung dieses Fest hatte, das auf ein besonderes Mädchen und besondere Frau, Juliana von Lüttich, zurückzuführen ist:
Im Lexikon der Religionen finden wir folgende Erklärungen zu diesem Fest:

Geschichte und Theologie des Festes

Fronleichnam wird in der katholischen Kirche seit über 750 Jahren gefeiert, erstmals 1246 in der Diözese Lüttich (heutiges Belgien). 1264 führte schließlich Papst Urban IV. das Fest Fronleichnam als Festtag für die ganze römisch-katholische Kirche ein. Eine Prozession zu Fronleichnam ist erstmals in Köln 1274 bezeugt.

Das Wort Fronleichnam stammt aus dem Mittelhochdeutschen (vron = Herr; lichnam = lebendiger Leib) und bedeutet „Lebendiger Leib des Herrn“. Beim Fronleichnamsfest bezeugen die Katholiken ihren Glauben an die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie

Katholisches Fest in Gedenken an die Präsenz Christi in der Eucharistie

Das Fronleichnamsfest, das die katholische Kirche zehn Tage nach Pfingsten und 50 Tage nach Ostern feiert, soll an die Realpräsenz Christi in der Eucharistie erinnern. Der entscheidende Anstoß war eine Vision der später heiliggesprochenen Augustinernonne Juliana von Lüttich im Jahre 1209. Sie habe, so wird berichtet, beim Beten den Mond mit einer dunklen Stelle gesehen. Christus habe ihr erklärt, dass der Mond für das Kirchenjahr stehe, der dunkle Fleck für das Fehlen eines Festes des Eucharistie-Sakraments.

Feierliche Prozessionen in aller Welt

Der Fronleichnamstag beginnt üblicherweise mit einem feierlichen Gottesdienst. Anschließend wird mit der Monstranz, die oftmals unter einem „Himmel“ getragen wird, eine Prozession mit vier Stationen gegangen. Die vier Altäre sollen die vier Himmelsrichtungen symbolisieren, bei denen für die verschiedenen Anliegen der Menschen in Stadt und Land um den Segen Gottes gebetet wird.

Der Glaube an die Gegenwart Christi wird von den katholischen Christinnen und Christen auf die Straßen hinausgetragen. Die Hostien werden in künstlerisch wertvollen alten sowie modernen Monstranzen bei den Prozessionen mitgetragen. Die Erstkommunionskinder gehen bei diesem Fest noch einmal mit ihren festlichen Kleidern und Blumenkörben mit.

Viele weitere, interessante Informationen zu diesem Fest, auch besonders für Kinder erklärt, findet man unter katholisch.de.

Aber auch hinsichtlich dieses Festes ist dieses Jahr einiges anders:

Zum Glück dürfen wir die Realpräsenz Jesu in der Hostie, dem Leib Christi in der Eucharistie auch in diesem Jahr feiern und diesen verehren. Jesus, der uns beim letzten Abendmahl sein letztes Geschenk, seinen wertvollsten Schatz in einem Stück Brot hinterlassen hat mit den Worten: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird!“ - In diesem Zeichen bin ich allezeit bei euch. In diesem Zeichen schenke ich euch Trost, Mut und Zuversicht – gerade auch dann, wenn es dir nicht gut geht! Denn ich bin auch für dich in den Tod gegangen!

Auch wenn wir in diesem Jahr auf die Prozession verzichten müssen und auch die Erstkommunionkinder noch nicht in die volle Eucharistie-Gemeinschaft aufgenommen wurden, dürfen wir, vielleicht noch intensiver und vertrauend entdecken, dass Jesus uns in seinem Leib, in seinem Lebens-Mittel, ganz nahe ist und uns beisteht. Und auch für die Erstkommunionkinder rückt der Tag näher, dass sie Jesus zum ersten Mal im Sakrament der Eucharistie empfangen dürfen. Vergangene Woche konnten wir nun die Termine festlegen.

So dürfen wir dann auch froh und zuversichtlich das Lied anstimmen, das wir alljährlich in den Erstkommunionfeiern singen und das schon zur guten Tradition geworden ist:

Dieses kleine Stück Brot in unsern Händen, gibt Kraft für alle Menschen. Du verwandelst das Brot in Jesu Leib, du verwandelst den Wein in Jesu Blut. Du verwandelst den Tod in Auferstehn, verwandle du auch uns.

Petra Kleene