Impuls zum Jahreswechsel 2020/ 2021


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Lesung aus dem Buch Numeri                           Num 6,22-27

Der Herr sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:

Der Herr segne und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht zu dir und schenke dir Heil.

So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.

Wort des lebendigen Gottes.

Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater                                                                                               Gal 4,4-7

Brüder und Schwestern!
Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen  und damit wir die Sohnschaft erlangen. Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: Abba, Vater. Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott.

Wort des lebendigen Gottes.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas                                                                                                                      Lk 2,16-21

In jener Zeit eilten die Hirten nach Betlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.
Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Gedanken

Liebe Schwestern und Brüder,

im Brief an die Galater hieß es: Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn in die Welt. Und er wurde gesandt, damit wir die Kindschaft Gottes erlangen.

Aber was bedeutet uns die Kindschaft, nützt sie uns?

Wir sind genauso von der Pandemie betroffen, wie diejenigen die nicht an Gott glauben, wie die die einen anderen Glauben haben.
Auch wir haben Tode erleben müssen und Krankheiten und Unsicherheiten erfahren.

Müssten wir nicht mehr von dieser Gotteskindschaft merken?

Glücklicherweise wurden auch in diesem Jahr Kinder geboren und Kinder getauft. Wir haben Kinder zum Sakrament der Erstkommunion geführt und junge Menschen auf ihrem Weg zum Sakrament der Firmung begleitet.
Wir haben Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleitet, genauso wie wir, wenn auch wenige, Jubiläen und Hochzeiten gefeiert haben.

Alles das können und dürfen wir tun, weil wir Kinder Gottes und seine große Familie sind.
Gottes Kind zu sein, bedeutet aber nicht, dass wir keine Not erleiden, keine Angst haben werden und nicht Krankheit und Trauer durchleiden müssen.

Liebe Schwestern und Brüder,

Wie wir aus der ersten Lesung hören, soll Mose einen heilbringenden Segen über Aaron und seine Familie sprechen.
Doch wir kennen die Geschichte des Volkes Israel und wissen, dass dieser heilbringende Segen keine Garantie für das ganze Leben ist.

Die täglichen Herausforderungen haben auch nicht bei Aaron und seiner Familie dazu geführt, dass jeder Tag perfekt war.

Schon wenn ich mir die Krippe anschaue, dann sehe ich, dass die Kindschaft nicht unbedingt ein Leben in einer heilen Welt bedeutet.
Maria und Josef haben suchen müssen, um einen Ort für die Geburt zu finden. Die Krippe für das neugeborene Kind ist nicht gerade der Traumort für eine Geburt.

Trotzdem zeigt uns die Krippe, dass der schutzbedürftige Menschensohn Beistand hat.
In seinen Eltern bekommt jedes Kind die Zusage eines Beistandes.
Und die Eltern bekommen durch die Geburt die Gewissheit, dass das Leben weitergeht.

Deshalb bekommen wir im Sakrament der Taufe die Zusage Gottes, dass er das Kind als sein eigenes annimmt und dass er Kind und Eltern begleiten und lieben wird.

Durch die Botschaft des Engels bei Maria wissen wir, dass Gott seinen Menschensohn Jesus stärken und stützen wird.
Genauso tut er das auch mit uns, wenn wir seinen Leib empfangen dürfen, deshalb empfangen wir das Sakrament der Eucharistie.
So zeigt sich Gott uns spürbar, dass er uns ganz nahe ist und nicht nur von Ferne zuschaut.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel stellt Fragen und belehrt die Anwesenden, er ist wahrer Zeuge der Verbindung mit Gott.
Gott will auch uns zu Zeugen machen, und helfen dass wir im Glauben und Leben wachsen.

Deshalb empfangen wir im Sakrament der Firmung seinen Heiligen Geist und dieser gibt uns den Rat der Stärke und der Weisheit, den Rat der Erkenntnis und der Gottesfurcht.
Bei allen Entscheidungen will er uns helfen, darum können wir seine besondere Ermutigung in den Sakramenten der Weihe und der Ehe finden.

Selbst wenn wir irre gehen, wendet Gott sich nicht ab. Vielmehr wartet er auf unsere Umkehr zu ihm und bietet uns im Sakrament der Versöhnung an, alle Last von uns zu nehmen und sie für uns zu tragen.

Gott steht in Jesus immer den Leidenden und Kranken zur Seite.
Deshalb hat er im Sakrament der Krankensalbung das Zeichen gesetzt, das uns hilft das anzunehmen, was uns scheinbar überfordert. Dies Sakrament soll uns stärken und Kraft geben für den Weg der vor uns liegt.

Liebe Schwestern und Brüder,

Gottes Sohn kam in die Welt, damit wir die Kindschaft erlangen. Damit gibt er uns immer auch eine Perspektive – eine Zukunft.

Wir werden nie allein sein, weil Gott bei uns ist und uns beisteht.
Er wird auf uns warten, selbst wenn wir uns im Leben verirren und ihn aus den Augen verlieren.

Er hat uns zum Leben geschaffen, nicht zum Tod.
Durch vieles hat Gott uns in diesem Jahr begleitet und manchmal sogar getragen, obwohl wir ihn nicht gespürt oder ihm nicht vertraut haben.

Nehmen wir uns jetzt einen Moment Stille um unser vergangenes Jahr zu betrachten und alles in Gottes Hand zurückzugeben.

Gebet

Barmherziger Gott, durch die Geburt deines Sohnes aus der Jungfrau Maria hast du der Menschheit das ewige Heil geschenkt. Hilf uns täglich neu dieses Heil zu suchen und lass es in uns aufleuchten, gerade dann, wenn wir mutlos und kraftlos sind.
Steh uns bei, dass wir in der Kindschaft die du uns geschenkt hast, auch immer wieder den Auftrag erkennen, die Welt nach deinem Willen zu verändern.
Auf die Fürsprache der seligen Gottesmutter Maria, des Heiligen Josef und unseres Namenspatrones bitten wir dich um deinen Segen für alles was wir in diesem Jahr planen. Lass es gelingen und nicht nur uns, sondern allen Menschen zum Heil werden.

A: Amen

Ralf Wellbrock