Impuls zum Mittwoch der 14. Woche im Jahreskreis - 08.07.2020

Bild von Gerd Altmann auf

Weil wir hier sind, dürfen wir uns als von Gott Gerufene wissen. Im Evangelium werden wir hören, wie Jesus seine Apostel zu sich ruft, und wir erfahren die Namen der Zwölf. Beim Namen gerufen zu werden, weist auf eine bestimmte Vertrautheit und Nähe hin. So wollen jetzt auch die biblischen Texte in unser persönliches Leben hineinsprechen. In den heutigen Schrifttexten und Gebeten ist für alle ein persönliches Wort zu hören, das durch den Tag begleiten kann. Lassen wir uns auf Christi Wort ein. Es ist ein Licht auf unserem Weg. Es will aufrichten und stärken, trösten und ermutigen.

Tagesgebet

Gott. Du suchst Menschen, die von dir sprechen und der Welt deine gute Botschaft weitersagen. Hilf uns, Trägheit und Menschenfurcht zu überwinden und deine Zeugen zu werden – mit unserem ganzen Leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung                                                                  Hos 11, 1-3,7-8,11

1 Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten.

2 Je mehr man sie rief, desto mehr liefen sie vor den Rufen weg: Den Baalen brachten sie Schlachtopfer dar, den Götterbildern Räucheropfer.

3 Ich war es, der Efraim gehen lehrte, der sie nahm auf seine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte.

7 Mein Volk verharrt in der Abkehr; sie rufen zu Baal, dem Hohen, doch der kann sie nicht hochbringen.

8 Wie könnte ich dich preisgeben, Efraim, wie dich ausliefern, Israel? Wie könnte ich dich preisgeben wie Adma, dich behandeln wie Zebojim? Gegen mich selbst wendet sich mein Herz, heftig entbrannt ist mein Mitleid.

11 Wie ein Vogel kommen sie zitternd herbei aus Ägypten, wie Tauben aus dem Land Assur. Ich lasse sie wieder in ihren Häusern wohnen - Spruch des HERRN.

Evangelium                                                               Mt 10,1-7

1 Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.

2 Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,

3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,

4 Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat.

5 Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter,

6 sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!

7 Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!

Zu den Schriftlesungen

In der Lesung spricht der Prophet Hosea nicht direkt zum Volk Israel, sondern über das Volk Israel. Er erzählt – vielleicht im Kreis seiner Prophetenschüler –, dass Israel einst wie ein üppiger Weinstock Frucht brachte. Das war damals, als das Volk sich Gott anvertraute und auf ihn seine Hoffnung setzte. Als das Volk sich von Gott abwandte und mit fremden Göttern liebäugelte, verlor es auch immer mehr die Mitmenschen aus den Augen. Statt der Nächstenliebe begannen Armut und Nöte zu blühen.

Im letzten Vers der heutigen Lesung aber richtet er sich direkt an seine ihm Zuhörenden. Er lädt ein, Gerechtigkeit zu säen, Neuland unter den Pflug zu nehmen, denn es ist Zeit, den Herrn zu suchen, dann wird er kommen und euch mit Heil überschütten. In Jesus Christus wird das Volk tatsächlich mit Heil überschüttet.

Im heutigen Evangelium gilt die Verkündigung in erster Linie den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Am Ende des Matthäusevangeliums aber sendet der Auferstandene die Seinen in die ganze Welt. Heilende Zuwendung Gottes geht bis heute um die ganze Erde – auch durch uns. Gottes heilbringendes Wort in Jesus Christus will gehört werden und möchte sich Raum in den Herzen der Menschen schaffen. Ja, die Sendung der Zwölf geht weiter – auch durch uns.

Fürbitten

Jesus Christus sendet uns in die Welt, damit das Himmelreich sich ausbreite – auch durch uns. Mit unseren Anliegen kommen wir zu ihm und rufen:

  • Für die Hirten der Kirche, dass sie den Menschen glaubwürdig das Wort Gottes verkünden. Herr Jesus Christus:

Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für die Laien im katechetischen und pastoralen Dienst, dass sie den Weg zu den ihnen Anvertrauten finden und so die Freude an Gott und den Menschen verstärken.
  • Für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, dass sie das Wohl aller im Blick behalten und so der Gerechtigkeit und dem Frieden dienen.
  • Für die in sozialen Berufen Engagierten, dass sie Dankbarkeit spüren und die nötige Anerkennung erfahren.
  • Für uns, dass wir unser Herz ungeteilt Gott schenken, in dem wir uns auf die Menschen einlassen, die uns heute begegnen.

Gott, unser Vater, du hörst unser Rufen und schenkst uns dein Heil in Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn und Bruder jetzt und in Ewigkeit.

Vater unser

Quelle: Liturgie konkret