Impuls zum Mittwoch der 15. Woche im Jahreskreis - 15.07.2020

Wir gedenken heute des heiligen Bonaventura, der eine der großen Persönlichkeiten des hohen Mittelalters war. Er trat 1243 in den Franziskanerorden ein. Schon vierzehn Jahre später wählten ihn seine Brüder zum Generaloberen. Hier sah er sich vor die schwierige Aufgabe gestellt, die Zukunft des jungen Ordens zu sichern. Seine zweite Bedeutung liegt auf dem Gebiet der Wissenschaft. Er lehrte an der Universität in Paris und zählt zu den größten Gelehrten der mittelalterlichen Theologie. Eine dritte Bedeutung erlangte Bonaventura im Dienst der Kirche. Der Papst ernannte ihn 1273 zum Kardinal und übertrug ihm die Vorbereitung des Konzils von Lyon, das unter anderem die Union mit der griechischen Kirche bringen sollte. Doch vor dem Ende des Konzils starb der Heilige. – Besinnen wir uns auf unseren Dienst vor Gott und rufen wir das Erbarmen des Herrn an.

Tagesgebet

Gott, du ewige Weisheit und Liebe, gib uns die Gnade, dass wir nach dem Vorbild des heiligen Bonaventura beharrlich deine Wahrheit suchen und nach immer größerer Liebe streben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Liebe Mitchristen!

Was macht die Größe des heiligen Bonaventura aus? Als Generaloberer gelang es ihm, die Ideale des heiligen Franziskus in der Nachfolge Jesu zu bewahren, zugleich aber die verschiedenen Richtungen des jungen Ordens in geordnete Bahnen zu lenken. Der universal Gebildete hinterließ eine Fülle von Werken und lehrte an der damals berühmtesten Universität in Paris. Als Kardinal und Organisator des Konzils von Lyon erwarb er sich Verdienste um die Einheit der Kirche.

All das macht ihn noch nicht groß in den Augen Gottes, sondern dass er ein großer Beter und Mystiker war. Er suchte Gott nicht nur mit seinem scharfen Verstand, sondern mit der Glut seines Herzens. Den „Theologen des Herzens“ nannte ihn die Nachwelt. Bonaventura schrieb: Wer wissen wolle, wie Gott uns erlöse, der frage die Gnade, nicht die Lehre, das Verlangen, nicht den Verstand, das Gebet, nicht das Forschen in Büchern, Gott, nicht den Menschen.

Der Heilige lehrt und lebt ganz nach dem Geist des Evangeliums, das nur einen Lehrer kennt: Jesus Christus. Wirkliche Größe zeigt sich im Dienst vor Gott und an den Menschen, wie Jesus es gesagt und getan hat.

Fürbitten

Mit dem heiligen Bonaventura beten wir zu Jesus Christus: Herr, höre uns.

  • Bewahre die Kirche in deinem Namen und lass alle eins werden, wie du mit dem Vater eins bist.
  • Gib den Bischöfen und Theologen deinen Geist und lass sie offen bleiben für dein Wort und die Aufgaben unserer Zeit.
  • Erleuchte alle, die aufrichtig nach dir suchen, und lass sie auf Menschen treffen, die ihnen dein Wort erschließen.
  • Schenke den Gemeinschaften, die sich in deine Nachfolge gestellt haben, Wachstum nach innen und außen.
  • Vollende den Glauben und die Hoffnung unserer Verstorbenen und nimm sie auf in dein Reich des Friedens und der Liebe.

Herr, unser Gott, du bist der Lehrer und Herr deiner Kirche. Dir sei der Dank und der Lobpreis in dieser Zeit und in Ewigkeit.

Segensgebet

Guter Gott, du brauchst uns. Du hast 33 Jahre auf dieser Erde gelebt durch Jesus Christus. Das hat nicht gereicht. Du hast nicht lieben können wie eine Mutter. Dazu brauchst du die Mütter. Du hast nicht für eine Familie sorgen können. Dazu brauchst du die Väter. Du hast nicht den Kranken von heute helfen können. Dazu brauchst du die Ärzte und Krankenschwestern. Du hast nicht Menschen von heute das Brot brechen können. Dazu brauchst du Priester. Du brauchst uns, um das, was du in Jesus begonnen hast, in dieser Welt zu vollenden. Du brauchst uns, um Wunder zu wirken, Wunder dienender Liebe und Güte, Wunder des Friedens. Du willst auch durch unser Herz die Welt menschlicher machen. Amen.

Vater unser

Quelle: Liturgie konkret