Impuls zum Mittwoch der 2. Woche im Osterkreis - 14.04.2021


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Und ja, das mag wohl richtig sein. Eine Klassenkameradin aus der Grundschule schreibt mir. 18 Jahre haben wir uns nicht gesehen. Ich freue mich über die Nachricht und schreibe schnell zurück. Wir kommen ins Gespräch. Was man alles so erlebt hat, wo man jetzt ist und wie es einem so ganz generell geht. Wie schön, mal wieder was von ihr zuhören. Enge Freunde waren wir nie. Aber schließlich habe ich 4 Jahre fast jeden Tag mit ihr verbracht. Und dann, einfach aus den Augen verloren. Eigentlich schade. Aber sagt man nicht, so spielt das Leben?! Menschen kommen, Menschen gehen. Wie viele Menschen habe ich gehen gelassen? Wie viele sind geblieben? Und wie viele Menschen sind von Anfang an dabei?

Während wir schreiben, schaue ich immer wieder auf die Wörter: „Lange nichts mehr von dir gehört“. Der Satz hallt in mir nach. Gibt es Menschen, von denen ich länger nichts mehr gehört habe, von denen ich mir es aber eigentlich wünsche? Es dauert nicht lange und mir fallen ein paar Menschen ein. Wann habe ich mir das letzte Mal so richtig Zeit genommen Kontakte zu pflegen? Nicht nur kurz und knapp, sondern ausführlich? Ein ehrliches „Wie geht’s dir“ – wie lange ist das her? Lange. Auf jeden Fall bei einigen Menschen. Ich mache es meiner Schulfreundin nach. Ich nehme mir im Urlaub die Zeit, Kontakte zu pflegen. Aufgrund von Corona zwar nur digital, aber immerhin. Vier Mal tippe ich den Satz „Lange nichts mehr von dir gehört…“ in mein Handy. Danach mache ich mein Handy aus. So richtig aus. In dieser Zeit nehme ich mir einen Moment für mich und für Gott. Ich zünde eine Kerze an und lese den Bibelvers des Tages. In meinem Urlaub nehme ich mir Zeit. Zeit für mich. Zeit, um alte Freundschaften zu pflegen. Und, oder vor allem auch Zeit für Gott. Denn vor Gott soll der Satz „Lange nicht mehr von dir gehört“ keinen Platz finden.

Jana Maurach