Impuls zum Mittwoch der 27. Woche im Jahreskreis


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Gebet

Gott, du bist unser Vater und sorgst für alle. Schließe die Menschen, die durch gemeinsamen Ursprung verbunden sind, in Frieden zu einer Familie zusammen und vereine uns alle in brüderlicher Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung                                                                Jona 3,10b; 4,1-11

10b Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.
1 Das missfiel Jona ganz und gar und er wurde zornig.
2 Er betete zum HERRN und sagte: Ach HERR, habe ich das nicht schon gesagt, als ich noch daheim war? Eben darum wollte ich ja nach Tarschisch fliehen; denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld und dass deine Drohungen dich reuen.
3 Darum, HERR, nimm doch nun mein Leben von mir! Denn es ist besser für mich zu sterben als zu leben.
4 Da erwiderte der HERR: Ist es recht von dir, zornig zu sein?
5 Da verließ Jona die Stadt und setzte sich östlich vor der Stadt nieder. Er machte sich dort ein Laubdach und setzte sich in seinen Schatten, um abzuwarten, was mit der Stadt geschah.
6 Da ließ Gott, der HERR, einen Rizinusstrauch über Jona emporwachsen, der seinem Kopf Schatten geben und seinen Ärger vertreiben sollte. Jona freute sich sehr über den Rizinusstrauch.
7 Als aber am nächsten Tag die Morgenröte heraufzog, schickte Gott einen Wurm, der den Rizinusstrauch annagte, sodass er verdorrte.
8 Und als die Sonne aufging, schickte Gott einen heißen Ostwind. Die Sonne stach Jona auf den Kopf, sodass er fast ohnmächtig wurde. Da wünschte er zu sterben und sagte: Es ist besser für mich zu sterben als zu leben.
9 Gott aber sagte zu Jona: Ist es recht von dir, wegen des Rizinusstrauches zornig zu sein? Er antwortete: Ja, es ist recht, dass ich zornig bin und mir den Tod wünsche.
10 Darauf sagte der HERR: Du hast Mitleid mit einem Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen.
11 Soll ich da nicht Mitleid haben mit Ninive, der großen Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die zwischen rechts und links nicht unterscheiden können - und außerdem so viel Vieh?

Evangelium                                                               Lukas 11, 1-4

1 Und es geschah: Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat!
2 Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name. / Dein Reich komme.
3 Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen!
4 Und erlass uns unsere Sünden; / denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. / Und führe uns nicht in Versuchung!

Zu den Schriftlesungen

Der Prophet Jona ist mit seiner Mission erfolgreich. Gottes Wort, das er auszurichten hat, wird gehört. Gott lässt von seinem angedrohten Unheil ab. Da könnte sich Jona doch freuen. Doch wir sehen diesen Gottesmann wegen des Verhaltens seines Gottes zornig und unverständig. Es scheint ihn innerlich extrem zu erschüttern, wenn sich Gott als gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld zeigt.
Was wollte er denn sehen? Wie Gott dreinschlägt und vernichtet? Hätte er sich besser gefühlt, wenn seine Worte nicht genommen worden wären und Ninive ins Unheil stürzt? Im Dienst eines Gottes, der leidenschaftlich um das Leben der Menschen kämpft, verwirrt es ihn, wenn dieser Gott das Leben bewahrt und rettet. Dürfen wir uns die Fragen gefallen lassen:
Für welchen Gott stelle ich mich zur Verfügung? Welchen Gott habe ich in meinem Herzen? Den Gott, der kraftvoll und laut gleichsam mit der Faust auf den Tisch schlägt, der endlich aufräumt? Doch so ein Tun ist Gott fern. Noch eine Frage: Bin ich bereit mit Jona, diese Lektion zu lernen? – „Ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld, und deine Drohungen dich reuen.“ (Jona 3, 2). Um der Menschen willen und um Ninives willen und letztlich auch um meinetwillen handelt Gott so. Gott wird weiterhin so handeln, ob wir uns darüber ärgern oder ihm dafür danken.

Fürbitten

Zu Gott, der uns ins Leben gerufen hat und in Liebe unser Leben begleitet, beten wir:

  • Für alle Männer und Frauen, die mit ihrem Leben und in ihren Worten deine Güte und Barmherzigkeit bezeugen.

Gott, unser Vater: Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Für die Politikerinnen und Politiker, die schon lange im Amt sind oder erst vor kurzem ein Mandat übertragen bekamen.
  • Für alle Menschen, deren Leben verwundet und bedroht ist oder die ihr Leben als misslungen betrachten.
  • Für alle Kinder und Jugendlichen, die nicht teilhaben können an den Gütern dieser Welt, an Nahrung und Bildung – und denen auch menschliche Zuwendung verweigert wird.
  • Für alle, die dafür sorgen, dass wir die Nahrungsmittel erhalten, die wir zum Leben brauchen, und die sich auch für eine gerechte Entlohnung der Arbeitenden einsetzen.
  • Für alle, die ihren Mitmenschen gern und leicht vergeben können, und für jene, denen es schwerfällt.
  • Für uns selbst in den ganz persönlichen Anliegen und Sorgen. – Stille
  • Für unsere Verstorbenen N. N.

Gott, wir preisen dich, weil du für uns sorgst wie ein guter Vater und eine liebende Mutter. Dir sei Ehre und Dank in Ewigkeit.

Besinnung

Jesus, mit deinen Worten beten wir immer wieder zu deinem und unserem Gott: „Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen.“
Jesus, das Brot, das wir brauchen, hat so viele Namen: Freundschaft, Hoffnung, Zuversicht, Versöhnung, Frieden und viele andere mehr. Und natürlich Brot als Nahrung für den Leib.
Jesus, du bist das Brot für unsere Seele, das Brot des Himmels für unser Leben.
Wenn wir dieses Brot essen, wächst in uns die Kraft, dein Gebet zum Vater nicht nur zu beten, sondern auch zu leben.

Wort auf den Weg

Unser Gebet soll jetzt zur Tat werden. Die Bitte im Herrengebet „Vater, geheiligt werde dein Name“ kann durch mich geschehen, in der Begegnung mit den Menschen, die meinen Lebensweg heute kreuzen.

aus: Liturgie konkret plus

Sarah Bentlage