Impuls zum Mittwoch der 28. Woche im Jahreskreis


Bild von Hermann Traub auf

Bereits 1989 hatten die Vereinten Nationen angesichts der zunehmenden Bedrohungen durch Naturkatastrophen die 90er Jahre zur “Dekade zur Vorbeugung gegen Naturkatastrophen” erklärt. Insbesondere Entwicklungsländer sind Naturkatastrophen häufig hilflos ausgeliefert, obwohl entwickeltere Länder bereits über Technologien zur Vorbeugung und Frühwarnung verfügten. Primäre Ziele von Maßnahmen der Vorbeugung waren die Kartierung von extremen Ereignissen, Planungen zur Vorbeugung und die Zurverfügungstellung von Frühwarnsystemen. 1994 wurden zu diesen technischen Aspekten auch sozioökonomische Maßnahmen hinzugenommen, um die Bevölkerung selbst über Risiken aufzuklären und über Maßnahmen zur Selbsthilfe zu informieren.

Dennoch wurden Naturkatastrophen stetig verlustreicher, sowohl an Menschenleben als auch finanziell. So gehören noch heute das Erdbeben im Iran von 1990 und der Zyklon mit anschließender Überflutung in Bangladesh zu den Katastrophen mit den meisten Toten. Finanziell gehören das Erdbeben in den USA von 1994 und das in Japan von 1995 zu den teuersten. So wurden die gesammelten Erfahrungen koordiniert und flossen in die “Internationale Strategie zur Reduzierung von Katastrophen” (ISDR) ein. Ziele der ISDR waren, die politisch Verantwortlichen mehr in die Pflicht zu nehmen, die Öffentlichkeit über die Risiken aus den Folgen des Klimawandel aufzuklären und bei der Koordination von Sofortmaßnahmen mit einzuplanen und international zusammenzuarbeiten. 2009 wurde der Welttag in “Internationaler Welttag zur Katastrophenvorbeugung” umbenannt und das Datum auf den 13. Oktober festgelegt.

Acht der zehn schlimmsten Katastrophen fanden in den Jahren 2003 bis 2010 statt. Die tödlichsten Katastrophen waren das Erdbeben in Haiti von 2010, das Erdbeben von 2004 mit anschließendem Tsunami, das viele asiatische Länder traf, und der Zyklon Nargis, dem 2008 ebenfalls eine Sturmflut in Myanmar folgte. Über 580.000 Menschen kamen bei diesen drei Katastrophen ums Leben. Die teuersten Katastrophen waren dagegen das Erdbeben mit Tsunami und anschließender Nuklearkatastrophe 2011 in Japan und der Hurrikan Katrina 2005 in den USA.

Auch Deutschland bleibt nicht verschont, wie die Flutkatastrophe im Ahrtal zeigt:

Mindestens 133 Tote, Tausende sind obdachlos. Hunderte Gebäude sind weggerissen.

Die Ahr überschwemmt weite Teile der Ufergebiete. Insgesamt sind nach Auswertung der Satellitenbilder schätzungsweise fast 200 Hektar Fläche entlang der Ahr überflutet. Verheerend für die Anwohnerinnen und Anwohner. Entlang der Ahr im Landkreis Ahrweiler leben rund 56.000 Menschen. Für viele von ihnen kommt jede Warnung zu spät, sie sterben in den Wassermassen. Hunderte werden verletzt. Immer noch werden Menschen in den Trümmern vermisst.

Das Ausmaß der Flutkatastrophe in Bildern und Zahlen:

Bis Samstag (18.9.2021) wurden 133 Tote im Ahrtal (+ ein Toter in Trier) und 766 Verletzte gezählt. Insgesamt wurden 142 Tote geborgen, acht davon sind der Polizei zufolge aber keine Flutopfer, sondern waren bereits vor der Hochwasser-Katastrophe gestorben und aufgebahrt oder beerdigt worden. Alle 134 unmittelbaren Flutopfer und die 8 anderen Toten sind mittlerweile identifiziert. Weiterhin vermisst werden noch drei Personen. Hier hofft die Polizei, diese Menschen lebend oder tot zu finden. Dies werde aber mit jedem Tag unwahrscheinlicher. So könne man nicht ausschließen, dass diese drei Fälle nie geklärt werden.

Hilfe leisten die Caritas-Helferinnen und -Helfer zum Beispiel in stark betroffenen Orten:

  • Verteilung von Hygieneartikeln
  • Lieferung von Trocknungsgeräten und Generatoren
  • psychologische Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten
  • Aufnahme von Betroffenen aus zerstörten Einrichtungen in Caritas-Krankenhäuser und -Altenheime
  • Einmalige pauschale Geldzuwendungen in geringer Höhe und Hilfe bei Unterstützungsanträgen

Teilweise betreibt Caritas Anlaufstellen an öffentlichen Plätzen, anderenorts sind mobile Caritas-Teams in den Straßen unterwegs, um die Bewohnerinnen und Bewohner persönlich aufzusuchen und Hilfe anzubieten. Nicht nur mit diesen akuten Soforthilfen, sondern auch langfristig werden wir den Menschen beim Wiederaufbau zur Seite stehen.

Mit Ihrer Spende können Sie die Fluthilfe vor Ort unterstützen. Die betroffenen Menschen brauchen Sie!

Quelle: https://dertagdes.de

Günter Wessendorf