Impuls zum Mittwoch der 33. Woche im Jahreskreis


Denn wir erkennen in unserer Gesellschaft eine wachsende Intoleranz. Die Meinung anderer wird sofort bekämpft. Der Andersdenkende wird als Querulant oder Ignorant oder  Meinungstyrann bezeichnet. Durch solche Titulierungen weigert man sich, das Denken des anderen nachzuvollziehen.

Man spart sich die Mühe, sich zu fragen, warum er so denkt. Auch wenn mir der Lebensstil anderer Menschen gar nicht zusagt, kann ich ihn mit einem weiten Herzen einfach so lassen.

Ich gestehe dem anderen zu, dass er anders lebt. Ich beurteile die anderen nicht nach meinen eigenen Maßstäben. Allerdings hat die Toleranz auch Grenzen.

Wir dürfen niemanden tolerieren, der unsere Gesellschaft zerstören oder spalten will. Da gilt es, aktiv dagegen anzugehen, um die Gesellschaft vor spaltenden und zerstörerischen Kräften zu schützen.

Toleranz braucht immer auch ein gutes Gespür für das, was der Einzelne und was die Gesellschaft braucht und was ihr guttut.

Quelle: Anselm Grün, Benediktinerpater der Abtei Münsterschwarzach und Buchautor

Günter Wessendorf